Philosophie

beats blog

Donnerstag, 14. Mai 2020

MEINE grössten Denkfehler

alles dreht sich um mich
alles dreht sich um mich

Nachdem ich den gestrigen Beitrag nochmals gelesen habe, will ich heute noch etwas anfĂŒgen.

Denkfehler Nr. 1 = körperliches Leben.

Lebewesen sind keine Maschinen. Es macht zwar den Anschein, dass genĂŒgend Treibstoff und etwas Wartung ausreichen, doch das stimmt so nicht. Das Leben wurde uns eingehaucht und nach dem letzten Atemzug bringt auch frisches Wasser und bestes Essen den Körper nicht mehr in Gang. Die Lebensenergie, was sie auch immer sein mag und woher sie auch immer kommen mag, macht uns erst zu Lebewesen. Ohne sie sind wir nur Kadaver.

Denkfehler Nr. 2 = geistiges Leben oder "ich"

Der Geist ist ein wunderbares Ding, solange es ums praktische (Über-)Leben geht. Es ordnet unsere direkten SinneseindrĂŒcke und entscheidet in Sekundenbruchteilen ob Flucht oder Angriff die richtige Strategie ist. FĂŒr alles Andere ist der Geist eher wenig brauchbar, wenn nicht gar hinderlich.

Das grösste Problem ist, dass der Geist alle SinneseindrĂŒcke auf sich (seinen Körper) bezieht. Er kann nicht einfach nur sehen, hören, fĂŒhlen, riechen oder schmecken, sondern er ehebt sich zum Seher, zum Hörer, zum FĂŒhler, zum Riecher und zum Schmecker. Dabei wendet er einen Trick an und der geht so: Blitzschnell (und unbemerkt) verdeht er die zeitliche Abfolge. Es geschieht sehen und schon macht der Geist daraus: Ich sehe! Wo nur eine TĂ€tigkeit war, nĂ€mlich sehen, stellt der Geist das Subjekt "ich" davor und hĂ€ngt ein beliebiges Objekt, zB. "einen Baum" an. In Tat und Wahrheit gab es aber nur sehen. Subjekt und Objekt sind nur geistige Abstraktionen. Das ist DualitĂ€t. "ich" erkenne "etwas".

Der menschliche Geist ist unersĂ€ttlich und bezieht alles auf sich und seine Person. Da gibt es dann nicht einfach nur noch Gedanken, sondern es sind "meine" Gedanken, "meine" GefĂŒhle, "meine" Entscheidungen. Man bezieht alle direkten Sinneserfahrungen auf sich selbst.

Einer wirklichen ÜberprĂŒfung hĂ€lt dieses Setting jedoch nicht stand. Und zwar deshalb nicht, weil das Subjekt "ich" oder "mein" nicht gefunden werden kann. Es ist eine Fiktion. Und es wird durch den Umstand, dass diese Fiktion allgemein akzeptiert wird, nicht besser oder zu einer RealitĂ€t.

In Tat und Wahrheit gibt es gar nichts persönliches. Nichts, was diesem Körper/Geist-Konstrukt gehört. "Das letzte Hemd hat keine Taschen".

Die Lebensenergie, das Licht des Lebens, Gott, Geist, Atman, Allah, das wahre Ich... wie man es auch immer nennen will, durchdringt uns, ist ohne Meinung, ohne Sinn und ohne Zweck. Es ist ein reines TrÀumen oder Spielen. Eine zeitlose TÀtigkeit. Formlos, geruch- und geschmacklos, unbeschreiblich, unerklÀrlich und ganz sicher kein "Ding".

Man könnte sagen: Meine zwei grössten Denkfehler kennen EINE Lösung und die liegt jenseits dieser DualitĂ€t. Sie scheint durch uns hindurch und leuchtet in unseren Augen. 🙏

Mittwoch, 13. Mai 2020

dieser Blog ist absurd

nichts ist, wie es scheint
nichts ist, wie es scheint

Der Titel beats blog deutet sehr klar auf eine Person hin und ein Blog (Weblog) bezeichnet eine chronologische Abfolge von Texten im World Wide Web. Das ist natĂŒrlich richtig, denn auf dieser Seite der Tastatur sitzt ja eine Person, deren Name Beat ist, und welche den Inhalt dieser Seite verfasst und veröffentlicht. Das impliziert, dass da "jemand" ist, der "etwas zu sagen" hat. Der sich selbst so wichtig nimmt, dass er die Welt mit seinen ErgĂŒssen beglĂŒckt. Ob das irgend jemand andres ĂŒberhaupt interessiert, sei mal dahingestellt. Zumindest erscheint es so, dass diese Person das glaubt (oder zumindest hofft). 🙄

In den letzten Jahren zeigte dieser Beat jedoch gewisse geistige Auflösungserscheinungen. Wer etwas in diesem Blog rumstöbert wird immer wieder ĂŒber das Thema "loslassen" stolpern und Hand in Hand damit geht auch eine... nennen wir es mal Entpersonalisierung als Folge von immer geringer werdender Identifikation. Man konnte SĂ€tze lesen wie z.B. Ich bin nicht dieser Körper, ich bin nicht dieser Geist, es gibt weder Zeit noch Raum, usw...

Absurd - ich weiss.

😁 WER weiss das? WER ist "ich"? 😁

Mit der Frage: "Wer (oder was) bin ich?" bin ich Jahrzehnte lang als "Suchender" durch dieses Leben gestolpert. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nie eine Antwort fand die treffender war als "Ich weiss es nicht.". Das war natĂŒrlich wenig befriedigend und deshalb dachte ich, ich mĂŒsse einfach besser, tiefer, intensiver, konsequenter Suchen. Es war ganz bestimmt "mein Fehler", dass ich keine befriedigende Antwort fand.

Eines Tages war ich des Suchens mĂŒde und dachte, dass es mir einfach nicht gegeben oder bestimmt war, die "wirkliche" Antwort zu finden. Das brachte eine gewisse Erleichterung, weil es Schuld von mir nahm. Nicht "ich" war Schuld an meinem Scheitern, sondern Gott, das Universum, oder wie man eine "höhere Macht" auch immer nennen will, hat diese "Erleuchtung" halt einfach nicht fĂŒr mich -oder zumindest nicht in diesem Leben- vorgesehen. Schade, aber da kann man nichts machen. đŸ€š

Entlang des Weges schnappte ich ein paar Ideen auf, die imir einleuchteten und deren Anwendung ich als positiv fĂŒr mein Leben empfand. Das waren zum Beispiel Konzepte der Stille, des Loslassens und eben der Nicht-Identifikation. Es gab so viel Zeugs, welches ich in meinem Kopf herumschleppte, das lĂ€ngst vergangen war oder in Wirklichkeit gar nichts mit mir zu tun hatte. Mein schwammiges Hirn war proppevoll mit Ideen und Konzepten, die ich irgendwo aufgelesen hatte (lesen war hier kein unwesentlicher Aspekt). Ich begann Ansichten und GlaubenssĂ€tze zu hinterfragen (Was hat das mit mir zu tun? Was nĂŒtzt es mir?) und diese bei einer "Doppel-Nichts-Antwort" loszulassen. Das wirkte ziemlich befreiend und half mir, mich geistig zu entrĂŒmpeln. Ich warf geistigen Ballast ab und begann leichter zu leben.

RĂŒckblickend wĂŒrde ich sagen, dass sich im FrĂŒhling 2017 dann ein paar Schleier lĂŒfteten. Davon zeugen BlogbeitrĂ€ge wie "Hamsterrad - Ich bin", "Ich bin immer zu spĂ€t..." oder "Alles nur Konzepte" (und natĂŒrlich noch ein paar andere). GĂ€ngige Denkmuster waren bereits losgelassen und da ging es dann ans Eingemachte und die Frage: Bin ich wirklich dieser einzelne, abgetrennte Körper-Geist-Komplex, mit dem ich mich in meinem Alttagsleben identifiziere? Das war eine spannende Zeit, die mich richtig durchrĂŒttelte und auch manchmal erschreckte. Nichts war mehr, wie es einmal war. Nichts war mehr verlĂ€sslich und ich drohte den Boden unter den FĂŒssen zu verlieren.

Heute, in Corona-Virus-Zeiten, wĂŒrde ich sagen, ich habe mir damals einen Virus eingefangen. Dieser Virus lĂ€sst sich grundsĂ€tzlich nicht beschreiben. Sollte ich es dennoch versuchen, wĂ€re meine Antwort: "Sowohl als auch", die zwei Seiten einer MĂŒnze oder Yin und Yang. Etwas verstĂ€ndlicher könnte man sagen: Ich bin die lebendige Energie, die diesen Körper animiert. Der Körper erlaubt mir ĂŒber die fĂŒnf Sinne die Erscheinungen wahrzunehmen und mit ihnen zu interagieren. Er funktioniert dabei wie ein Filter. Je mehr gefestigte Ansichten, Ideologien, GlaubenssĂ€tze und eingefahrene Denkmuster vorhanden sind, desto verzerrter/eigener/abgetrennter erfahre ich die Welt. Daran ist nichts gut oder schlecht, richtig oder falsch. Denn es gibt weder mich, noch die Welt. Das alles sind nur Erscheinungen. Gleichzeitig Nichts und Alles im Wechselspiel. Ein TrĂ€umen, ein Tanzen einer einzigen ???? (Energie?). Ohne Ursache, ohne Plan und ohne Ziel - ein Spiel welches ununterbrochen gespielt wird! Unfassbar, unbeschreiblich.

Und so ergab sich, dass heute meine hÀufigsten Antworten sind: "Ich weiss es nicht" oder "Es scheint so" oder eben "Sowohl als auch". Alles ist und ist nicht. Mein Ist-Leben (Körper) ist der Zeit unterworfen. Wurde geboren und wird sterben. Mein Nicht-Ist-Leben (Geist, Lebensenergie) ist zeitlos, ungeboren und unsterblich. Ohne christlich-glÀubig zu sein erinnere ich mich an ein Bibelzitat, welches in etwa so lautet: "Du lebst in dieser Welt, doch Du bist nicht von dieser Welt" oder wie ich es nenne: "Sowohl als auch".

Und all dies fĂŒhrt diesen Blog ad absurdum. Oder weist ihm den entsprechenden Platz zu: Es ist eine schlichte Sammlung von Geschichten, Texten und Bildern aus dem "Sowohl" einer zufĂ€lligen Erscheinung. Alle geĂ€usserten Meinungen und Aussagen sind als verzerrte Geschichten zu verstehen, die sich (fast) immer nur mit dem sichtbaren Teil des Ganzen beschĂ€ftigen. Diese Unwichtigkeit ist aber auch befreiend, denn es ist auch unwichtig, wenn man total daneben liegt. đŸ€ŁđŸ˜

Freitag, 27. MĂ€rz 2020

Die Leichtigkeit des Seins

etwas schrÀg - aber zufrieden
etwas schrÀg - aber zufrieden

Gestern stolperte ich in der Seitenleiste "Heute... und vor X Jahren" ĂŒber diesen Blogbeitrag des letzten Jahres. Ich habe ihn erneut gelesen und danach stöberte ich etwas in der Blogkategorie Philosophie herum. Es erscheint mir wichtig, auch in den aktuell komischen "Corona-Virus-Zeiten" Ruhe zu bewahren. Wobei, das schreibe ich jetzt eher in Bezug auf meine Umwelt. Hier, auf dieser Seite der Tastatur, ist gar niemand zuhause... 😊

In den letzten Jahren ist es hier ruhiger geworden, was philosophische und "suchende" Blogartikel anbelangt. (M)ein AHA-Erlebnis stellte sich vor ĂŒber drei Jahren ein und noch heute denke ich, dass dies einer meiner "wichtigsten" BlogeintrĂ€ge ist. Damals hat es Klick gemacht und der Schuh hat einfach gepasst! Seither laufe ich weiter und diese Akzeptanz-Schuhe werden immer bequemer. Sie fĂŒhlen sich ganz natĂŒrlich an und meist merke ich gar nicht, dass ich sie trage... đŸ™‡â€â™‚ïž 🙏

Ganz vereinfacht gesagt, habe ich jeden Glauben und jede Hoffnung verloren und dadurch lebt es sich bedeutend leichter. Das ist ĂŒberhaupt nicht negativ, man projeziert einfach nicht mehr irgendwelche Gedanken in eine Zukunft (die man sowieso nicht beeinflussen kann). Man akzeptiert/erkennt, dass ALLES -genau so wie es ist- richtig ist!

Aus aktuellem Anlass deshalb die Aussage: "Das Corona-Virus ist." Punkt! Nicht gut/schlecht, positiv/negativ, gefĂ€hrlich/gehypt, harmlos/Pandemie/Epidemie, you name it... Egal, welche Attribute wir anhĂ€ngen, es Ă€ndert nichts an der Tatsache, dass es IST. DarĂŒber kann man nicht diskutieren. Diskutieren kann man jedoch vortrefflich ĂŒber alles, was dazu geschrieben, erlassen und gesetzlich bestimmt wird. Das sind nĂ€mlich alles nur Meinungen, Geschichten rund um die Tatsache, dass es IST. Und genau da liegt der Hund begraben. Derzeit wird uns vorgegeben, welche Meinung wir zu diesem Thema haben sollen. Kritsche Gegenstimmen werden "politisch korrekt" nicht geduldet, untergraben die SolidaritĂ€t und fallen gleich unter den Verdacht von "Fake-News". Deshalb sage ich: "Ich habe keine Meinung zum Corona-Virus an sich, aber sehr wohl eine Meinung zu all den politischen Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang gefĂ€llt werden."

Wobei... 😁 Hier ist gar niemand zuhause. "Ich", "Beat", ist eine Fiktion, eine imaginĂ€re Person, die es nur in dieser Traumwelt gibt. Auf physischer Ebene ist das einfach ein menschlicher Körper, einer von knapp 8 Milliarden aktuell lebender, menschlicher Körper. Daneben gibt es aber noch ungezĂ€hlte Trillionen von Tieren, Pflanzen und was-weiss-ich auf dieser Erde. Hinzukommen ungezĂ€hlte Sterne, Planeten, Sonnensysteme... das alles bin ICH... ungeboren, unsterblich, vor Raum und Zeit, unvorstellbar und unbeschreiblich... 🌈 Wenn dieser Beat-Körper stirbt, geht nichts verloren. Energie kann nur umgewandelt, nicht jedoch aufgebraucht werden. Wovor soll ich mich also fĂŒrchten, woran soll ich glauben und was soll ich hoffen? Das ist alles nur ein Gedankenspiel...

Ja. NatĂŒrlich erkenne ich Beat-spezifische Muster, Neigungen, Vorlieben, SchwĂ€chen und StĂ€rken. Alles was man allgemein als Charakter oder Persönlichkeit bezeichnet. Dieses Körper-/Geist-Gebilde, diese "Action-Figur", ist nun mal ein Teil dieses Traums. Aber sie ist weder der TrĂ€umer, noch der GetrĂ€umte... Leben ist Bewegung, VerĂ€nderung, Wandel, eine TĂ€tigkeit, kein Substantiv!

Wenn einem dieser Gedanken-Schuh passt und man ihn zu tragen beginnt, verliert sehr vieles an Bedeutung und Wichtigkeit (im positiven Sinne). Man merkt immer mehr, was man nicht ist. Denn ein gesundes Auge sieht nie sich selbst sondern immer nur, was anders ist als es selbst. Daran scheitert jede SpiritualitĂ€t, jede Esoterik, jedes Glaubenssystem und jede Religion. Da wird versucht ein persönliches ich (welches noch nie irgendjemand gefunden hat) in ein ĂŒberpersönliches, göttliches ich zu transformieren. Ich, also Beat, das Körper-/Geist-Kostrukt, werde nie Erwachen, Erleuchtung finden, mich ĂŒber dieses menschliche Dasein/Bewusstsein erheben können. Das ist unmöglich! Denn: Dieses "ich" gibt es nicht. Es ist nur eine Fiktion, ein Gedanke. Etwas, das immer zu spĂ€t kommt (siehe den verlinkten Beitrag oben). Wie sollte also etwas, was nur fiktiv existiert, jemals an ein Ziel kommen?

Und so werfe ich nun dauernd Ballast ab, materiell und geistig und lebe die "Leichtigkeit des Seins". ALLES ist genau richtig, so wie es ist. Es gibt nichts zu bemĂ€ngeln. Es kann gar nicht andres sein, sonst wĂ€re es anders. Deshalb jammere ich nicht darĂŒber, dass mich diese "Corona-Pandemie" arbeitslos macht und ich beinahe kein Einkommen mehr generieren kann. Ich fĂŒrchte mich auch nicht vor einer Ansteckung und ich entziehe mich dieser ganzen Hysterie. Auch weil ich erkenne: Das bin ich nicht. Es ist eine Erscheinung, die kommt und wieder geht...

Das heisst aber nicht, dass ich leichtfertig handle und mich absichtlich in Gefahr bringe. Und: das wĂŒrde ich auch niemandem raten. Positiv bleiben und die Sache aussitzen... In diesem Sinne: Bleibt gesund!

Donnerstag, 28. November 2019

Anerkennung

Ich bin heute eher zufÀllig auf einen Zeitungsartikel gestossen, aus dem ich Folgendes zitieren möchte:

Der Wunsch, wahrgenommen zu werden, ist mĂ€chtiger als alle moralischen Bedenken. Wir ahnen, dass z.B. Google und Facebook gegen uns arbeiten, unsere Daten abschöpfen, uns sĂŒchtig machen, um ihren Profit zu erhöhen, aber der Wunsch, dabei zu sein, ist grösser als das BedĂŒrfnis, moralisch und konsequent zu handeln.

Tobias Haberl: «Die grosse Entzauberung – Vom trĂŒgerischen GlĂŒck des heutigen Menschen», Blessing-Verlag 2019, 288 S., ca. 29 Fr.

Da fĂŒhle ich mich doch glatt angesprochen. :shame:

Habe nÀmlich genau gestern Abend noch etwas rumgesurft mit dem Gedanken, wie ich mehr Leser auf diesen Blog kriege. Letztendlich ist dies nichts anderes als eben dieser Wunsch, wahrgenommen zu werden...

NatĂŒrlich bin ich beim surfen auf viele RatschlĂ€ge gestossen. EintrĂ€ge in Blog-Verzeichnisse erstellen, Verlinkung mit Facebook (und anderen Social-Media-KanĂ€len, die ich jedoch nicht nutze), BeitrĂ€ge auf relevante Google-Keywords erstellen, und Einiges mehr. Letztendlich basiert auch die geĂ€usserte Idee, eine einfachere URL zu wĂ€hlen, auf dem gleichen BedĂŒrfnis nach Wahrnehmung und Anerkennung.

Alle diese Ideen habe ich wieder verworfen. Wenn ich mich nĂ€mlich rĂŒckbesinne auf den Grundgedanken dieses Blogs, dass dies mein elektronisches GedĂ€chtnis sein soll, dann brauche ich gar nicht mehr Leser. Dann genĂŒgt es, wenn ich den Blog lese... ;-) (sagt der Narzist)

Es zeigt aber auch, dass ich ziemlich Mainstream-mÀssig ticke. Auch ich sehne mich nach Wahrnehmung und Anerkennung. Am liebsten hÀtte ich tÀglich Kommentare die mir bauchpinseln... wie toll doch dieser Blog sei... :shame:

Freitag, 25. Oktober 2019

schlechtes GedÀchtnis

Man kann durchaus behaupten, dass ich ein ziemlich schlechtes GedĂ€chtnis habe. Es passiert mir z.B. andauernd, dass sich FahrgĂ€ste bei der BegrĂŒssung mit Ihrem Vornamen vorstellen und ich zwei Minuten spĂ€ter nicht mehr den geringsten Schimmer habe, wie sie heissen.

Heute war ich fĂŒr eine Rundfahrt in Neu-Oerlikon gebucht. Wie immer war ich pĂŒnktlich vor Ort und schon bald traten meine Kunden an mich heran. Ich schaute mir die zwei Frauen an und war mir nicht bewusst, dass ich sie schon je zuvor gesehen habe. WĂ€hrend der Fahrt erzĂ€hlten sie mir dann, dass sie nun schon zum vierten Mal mit mir unterwegs sind. Seit vier Jahren buchen sie immer im Herbst eine Rundfahrt und erkunden dabei immer einen anderen Stadtteil von ZĂŒrich. Im letzten Herbst seien wir gemeinsam durch ZĂŒrich West gefahren und das sei Ihnen noch in bester Erinnerung... Ehrlich? :shame: Ich sah mir die zwei Frauen nocheinmal an und stellte dennoch fest, dass da gar nichts klingelt. Meinerseits ist da nicht ein Hauch einer Erinnerung hĂ€ngen geblieben. :shame:

NatĂŒrlich könnte ich jetzt rationale GrĂŒnde vorbringen wie: Ich fahre pro Jahr geschĂ€tzte 600 Mal Kunden mit der Rikscha durch ZĂŒrich. Ich sitze vorne und die Kunden sitzen hinter mir. Nur wenn ich Ihnen etwas erzĂ€hle oder beschreibe, drehe ich mich zu ihnen um und schaue in Ihre Gesichter. Die meiste Zeit schaue ich nach vorne, auf den ĂŒbrigen Verkehr, auf FussgĂ€nger und auf den Weg, den ich einschlagen möchte. Ich treffe so viele neue, mir unbekannte Menschen, dass ich sie mir unmöglich alle merken kann.

Die Wahrheit ist jedoch viel einfacher. Ich lege keinerlei Wert auf ein gutes GedĂ€chtnis. Im Gegenteil: Ich liebe es zu vergessen! Vergessen macht glĂŒcklich! Was interessiert mich denn der Schnee von gestern? Das ist vorĂŒber und vorbei.

Diese grundlegende Haltung habe ich schon seit vielen Jahren und das hilft dann in den Situationen, wie oben geschildert, ĂŒberhaupt nicht. NatĂŒrlich ist mir das manchmal peinlich, doch so funktioniere ich nun mal. Obwohl in der Allgemeinheit ein gutes GedĂ€chtnis und Erinnerungsvermögen als positive Eigenschaften gelten, so ist mir persönlich das ĂŒberhaupt nicht wichtig. Ja, ich glaube wirklich, dass Vergessen ein wichtiger Bestandteil ist, um glĂŒcklich zu sein. Ich habe doch schon einige Menschen kennengelernt, die all die negativen Erfahrungen ihres Lebens einfach nicht vergessen können, verbittert werden und kaum mehr Lebensfreude finden. Das soll mir nicht passieren.

Das bringt mich dann auf diesen Blog, dem ich ja den Untertitel "externes GedĂ€chtnis, seit 2005" gegeben habe. Ich erzĂ€hle hier vorwiegend positive Geschichten aus meinem Alltag. Das ist kein Mecker-Blog, wo ich meinem Frust Ausdruck verleihe und mich gross ĂŒber Dinge auslasse, die mich stören. Das interessiert mich einfach nicht. Wenn ich hier in der Vergangenheit stöbere, dann lese ich gerne ĂŒber die kleinen Dinge, die mich gefreut haben.

NatĂŒrlich ist auch bei mir nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt auch ab und an mal kritische BeitrĂ€ge oder ich berichte ĂŒber UnfĂ€lle, Verletzungen oder Krankheit. Doch die Grundstimmung ist positiv. Sich ans Gute erinnern und das Schlechte vergessen, das finde ich einen praktikablen Lebensgrundsatz. Denn wenn es mir mal wirklich schlecht gehen sollte, dann kann ich mich hier an vielen positiven BeitrĂ€gen erfreuen und dadurch wird mir dann sicher (oder hoffentlich) bewusst, dass die grundsĂ€tzliche Bilanz positiv ausfĂ€llt. Diese Idee gefĂ€llt mir. :-)

Dienstag, 20. August 2019

immer neue BedĂŒrfnisse

Unser Geist ist unersÀttlich. Es ist nie genug, es drÀngt immer zum NÀchsten. Egal wo wir stehen oder was schon erreicht ist. Es ist nie genug gut, wir finden immer noch Verbesserungspotential, denn das Bessere ist der Feind des Guten. So funktioniert unser Geist.

Ich erkenne es an mir selbst immer wieder. Eine Beispiel dazu ist dieser Blog. Er könnte etwas schöner, etwas technisch ausgefeilter, etwas moderner sein. Es gibt viele tolle Beispiele dafĂŒr. Ich mĂŒsste es nur anpacken... Oder mein Mountainbike. Kaum ist die neue Lackierung fertig und die grosse Anfangsfreude normalisiert sich, denke ich darĂŒber nach, was man noch verbessern könnte. Jetzt werden die GepĂ€cktrĂ€ger von orange auf schwarz um-pulverbeschichtet. Und dann? Griffigere Reifen? Bessere Bremsen? Leichtere RĂ€der?

Es geht immer weiter und ist nie gut genug. Jeder erlebt das in seinem Leben und seinen Interessensbereichen. Es ist einfach menschlich und positiv betrachtet ist es dieser innere Stachel, der uns zu neuen Entwicklungen und Verbesserungen antreibt. Es macht also durchaus Sinn, dass wir so funktionieren.

Es lohnt sich trotzdem, diese Muster zu hinterfragen. Oft steigern wir uns damit in AbhĂ€ngigkeiten hinein, die wir eigentlich gar nicht wollen. Nur so als fiktives Beispiel: Das neue Bike, Auto oder das grössere Haus zieht schnell finanzielle Verpflichtungen nach sich, die dann auch bedient werden mĂŒssen. Oder: Dieses Muster hindert uns wirklich zufrieden zu sein, denn:

Zufriedenheit ist ein flĂŒchtiges Gut...

Jede BedĂŒrfnisbefriedigung scheint ein neues BedĂŒrfnis zu erzeugen. Kaum haben wir etwas erreicht, zieht es uns weiter zum NĂ€chsten, zum Besseren... eine neue Karotte, die wir zu erreichen versuchen. Und das hört nie auf. Deshalb wollen wir auch nie sterben, denn es gibt immer noch etwas zu tun und zu erreichen. Wir sind nie am Ziel.

Diesem Hamsterrad lĂ€sst sich nur auf eine Art entkommen und die ist zu erkennen, dass dies eine eingebaute Funktion ist. Es gehört zum Programm eines jeden menschlichen Lebens. Genauso wie zu atmen, Blut durch die Adern zu pumpen oder das Nervensystem aufrecht zu erhalten. Und genausowenig wie ich bewusst atme, bewusst Blut durch meine Adern pumpe oder bewusst mein Nervensystem aufrechterhalte, genausowenig erzeuge ich bewusst neue BedĂŒrfnisse. Es geschieht einfach.

Der Vorteil gegenĂŒber physischen Prozessen ist, dass ich diesen psychischen Impulsen nicht unbedingt folgen muss. Sobald ich erkenne, dass sie einfach geschehen, und nicht von mir selbst erzeugt werden, kann ich mich auch von Ihnen distanzieren. Es ist ganz einfach mein ruheloser Geist, der von Karotte zu Karotte hĂŒpft um im GesprĂ€ch zu bleiben, um das (Hamster-)Rad am Laufen zu halten. Das bin nicht ich! Es sind nur vorbeiziehende Gedanken, mit denen ich mich nicht unbedingt identifizieren muss. Quasi VorschlĂ€ge, die ich annehmen oder verwerfen kann. Man muss noch nicht mal entscheiden ob annehmen oder ablehnen, oft hilft auch einfach abwarten. So wie ein neues BedĂŒrfnis aufkommt, so verschwindet es wieder. Aber Achtung: Meist wird es nur durch ein anderes, neues BedĂŒrfnis, abgelöst... Der menschliche Geist (unser Ego) ist raffiniert und kennt tausend Tricks um im GesprĂ€ch zu bleiben.

Rein gedanklich kann man nicht entkommen. Wenn ich ein BedĂŒrfnis erkenne und ablehne, erzeuge ich nur ein neues BedĂŒrfnis. NĂ€mlich: Das BedĂŒrfnis, das aufgetauchte BedĂŒrfnis abzulehnen. So sitzt man in der Falle, einer Endlosschleife! Es hilft wirklich nur die Erkenntnis: Ich bin das nicht! Ich bin nicht meine Gedanken, ich bin nicht meine BedĂŒrfnisse. Die einzige Möglichkeit dieser Falle zu entkommen ist die Erkenntnis, dass ICH gar nicht drin bin. Das Programm lĂ€uft... auch ohne mich...

Das entspannt ungemein.

Vieles verliert am Wichtigkeit und Projektionen in eine bessere/schönere/zufriedenere Zukunft nehmen langsam ab. Man/Es hört auf, immer neue Bedingungen an GlĂŒck und Zufriedenheit zu stellen (BedĂŒrfnisse zu erzeugen). Ich BIN schon HIER! Zufriedenheit ist jederzeit verfĂŒgbar. Jederzeit. JETZT. Ohne weitere Anforderungen... es besteht keine Notwendigkeit, etwas hinterher zu jagen. Ausser: Es macht Spass! ;-)

Dienstag, 26. MĂ€rz 2019

nimm's leicht

An einem der vergangenen Tage habe ich eher aus Langeweile denn aus Interesse in der rechten Seitenleiste auf die Kategorie "Philosophie" geklickt und mir einige Àltere BeitrÀge durchgelesen. Interessant... Manchmal sieht man klarer als meistens. ;-)

RĂŒckblickend stelle ich einfach fest, dass ich heute leichter lebe als frĂŒher. Wenn man das so sagen kann. Ich sorge mich weniger weil ich einsah, dass dies nur Sorgen macht. :-)

Ich habe nicht gefunden sondern erkannt, dass Suchen ein sinnloses Spiel ist (welches man nicht unbedingt zu spielen braucht). Wenn Friede/Harmonie/GlĂŒckseeligkeit ewig, allumfassend, ĂŒberall und zu jeder Zeit verfĂŒgbar ist, wo und nach was soll man denn noch suchen? Man ist ja schon da...

Nicht-Identifikation ist zu einem SchlĂŒsselbegriff geworden. Es gibt nicht mein Gesehenes, mein Gehörtes, mein GefĂŒhltes, mein Gedachtes, mein Erlebtes. Das ist alles nur eine Geschichte, die sich mein Geist zusammenzimmert (und an diesen Körper heftet). In Wahrheit gibt es nur AktivitĂ€t, ganz ohne Anstrengung: sehen, hören, riechen, fĂŒhlen, tasten, erleben. Das alles geschieht ganz automatisch, ohne dass irgendein Ich etwas dafĂŒr tun mĂŒsste. Erst ein Ich fĂ€ngt an zu interpretieren, zu bewerten und PrioriĂ€ten zu setzen. Ohne Ich ist alles viel entspannter, denn es ist einfach... wie es ist... ;-)

Mittwoch, 24. Oktober 2018

das NĂ€chste

Unser Denken kreist sehr viel um "das NÀchste" um die nÀchste Erfahrung die wir machen wollen. Egal was wir schon alles erlebt und erreicht haben, es scheint nie genug oder einfach gut zu sein. Schon streben wir wieder vorwÀrts zum NÀchsten. Dabei versuchen wir negative Erfahrungen zu vermeiden und positive Erfahrungen zu wiederholen oder zu steigern. Es ist ein Dilemma, ein Hamsterrad... liegt aber wohl in der Natur des Menschen.

Die nĂ€chsten Ferien, der nĂ€chste berufliche Erfolg, das nĂ€chste Auto, der nĂ€chste Kunde, das nĂ€chste neue KleidungsstĂŒck... immer vermuten wir das GlĂŒck im NĂ€chsten. Wir sind nie ganz zufrieden, nie wirklich erfĂŒllt. Auch deshalb wollen wir möglichst lange leben und nicht sterben, denn es fehlt immer noch Etwas. Wir sind zwar meist sehr nahe dran, aber doch noch nicht ganz am Ziel...

Wir unterliegen einem MissverstÀndnis. Wir wollen Licht ohne Schatten, immer Ferien, nie Hunger, keine Krankheit, nur Freunde und keine Feinde. Obwohl uns klar ist, dass dies nicht möglich ist, streben wir stetig danach. Es hÀngt wohl auch damit zusammen, dass wir unsere Erfahrungen andauernd bewerten. Richtig und falsch, gut und schlecht, schön und hÀsslich, gesund und ungesund, etc. pp. "Das Problem" dabei ist, dass es bei genauer Betrachtung keine absolut wahre Bewertung gibt. Was wir heute richtig, wahr und schön finden, kann uns in zehn Jahren langweilen. Wir wissen das und schieben es doch immer bei Seite. Was wir jetzt haben oder erleben kann noch so gut sein, "das NÀchste" wird noch besser! Ich muss mich nur noch mehr anstrengen, besser, schneller und cleverer sein.

Das ist alles ziemlich ermĂŒdend...

Weil ich diese Erkenntis schon vor einigen Jahren machte, versuche ich seither Dinge, Ereignisse und Erlebnisse weniger zu bewerten. NatĂŒrlich tauchen trotzdem wertende Gedanken auf, doch diese nehme ich nicht mehr so ernst wie frĂŒher. Sowohl im Negativen, wie auch im Positiven. Dinge geschehen einfach. Das Leben passiert. Egal, was ich darĂŒber denke.

Ein Effekt dieser Haltung ist, dass eine gewisse Entpersönlichung stattfindet. Dinge passieren nicht mir, sondern sie passieren einfach. Ich fĂŒhle mich viel seltener persönlich angegriffen und zu einer Reaktion genötigt als noch vor ein paar Jahren. Ich werde weniger von Ereignissen getrieben und brauche nur noch sehr wenig Zeit um meinen Standpunkt zu verteidigen. Sehr oft habe ich gar keinen Standpunkt mehr... ;-) oder nur noch einen spontanen, der nicht auf sehr viel Hintergrund und Gedanken beruht. Ist auch nicht nötig.

Ich verbringe seither mehr Zeit mit "genauer hinsehen", mit "sich auf Dinge und Geschehnisse einlassen". Ich bin "live dabei" und nehme Anteil. Und weil es im Erleben keine Pause gibt, denke ich weniger ĂŒber Vergangenes nach (und bewerte weniger). Interessant dabei ist, dass eine gewisse IntimitĂ€t und Erfurcht entsteht. Es ist immer wieder unglaublich, wie sich Dinge entwickeln, wie viel Harmonie in allem liegt. Wie sich eins zum anderen fĂŒgt und wie viel unsichtbare Ordnung allem zu Grunde liegt.

Mittlerweile unterscheide ich zwischen "praktischem Leben" und "Sinnsuche, Philosophie, Religion, Metaphysik, etc.". FĂŒr das praktische Leben ist der Geist und das logische Denken perfekt. Hier ist auch der Platz fĂŒr gut und böse, richtig und falsch. Sobald es aber um die Essenz, den Sinn, das Warum, Woher und Wohin geht, da gebe ich mein kleines Hirn nun am Eingang ab... das können keine Gedanken und Worte beschreiben. Das kann ich nicht verstehen und nur schon zu sagen, dass ich es erfahre ist eine Übertreibung. Ich kann es nur sein... was immer das heissen mag.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Absolut

Die letzten zwei Regentage gaben mir Zeit um wieder einmal tief nachzudenken...

Wenn alles relativ ist, braucht es irgend einen Bezug, wozu es relativ ist. Was ist dieser Bezug? Wir wissen es nicht, haben aber ein Wort dafĂŒr: Absolut. Was meinen wir denn mit diesem Wort?

Absolut meint etwas immer Gleichbleibendes. Es bezeichnet "alles in allem", grenzenlos (nicht-Raum), ewig (nicht-Zeit), alles durchdringend, ĂŒberall, beinhaltet oder umschliesst alle GegensĂ€tze wie leer-voll, schwarz-weiss, hell-dunkel, laut-still, etc., etc...

Dann heisst das auch: Alles Relative befindet sich im Absoluten. Nicht abgetrennt oder als Teil davon. Man könnte auch sagen, das Absolute zeigt sich im Relativen. Zuende gedacht ist alles Relative eine Erscheinungsform des Absoluten. Essentiell nicht davon unterschiedlich. Es erscheint nur so...

Unsere fĂŒnf Sinne, die Möglichkeiten unserer Wahrnehmung bewegen sich im relativen, verĂ€nderlichen Feld. Unsere Körper, unser Geist ist Teil der relativen, sich stets verĂ€ndernden Welt. Selbst "die Welt" ist relativ... Es erscheint, als ob die relative Welt auf der absoluten Konstante schwimmt und Wellen wirft.

Mit Worten lÀsst sich "das Absolute" gar nicht beschreiben. Sprache ist auch nur ein Teil dieses Absoluten und wie sollte das Teil das Ganze beschreiben können? Jede Beschreibung ist ja auch eine Verneinung des Gegensatzes und das Absolute umfasst eben Beides.

Interessant daran finde ich heute, dass ich darĂŒber nicht zum ersten Mal nachdenke und dass ich schon frĂŒher dachte, es verstanden zu haben. Aber dem ist nicht so. Oder es ist nur teilweise so. Oder ich habe es nur oberflĂ€chlich verstanden und nĂ€here mich nun etwas an. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet dies das Ende jedes Individuums. Es gibt keine eigene Persönlichkeit wie wir denken. Es denkt auch keine Welle im Ozean, sie sei eine eigene, individuelle Welle. Es gibt gar nichts Getrenntes. Jede Erfahrung von Getrenntsein ist eine Illusion. Es gibt nur das Absolute, welches sich unendlich manifestiert. Und nicht mal das stimmt... es erscheint in der relativen Welt nur so...

Das Beruhigende an diesen Überlegungen ist, dass ich eben nicht dieser einzelne, kleine, isoliert lebende Mensch bin, sondern: dass ich genauso zur VollstĂ€ndigkeit im Meer des Absoluten gehöre, wie eine Welle des Ozeans zum ganzen Meer.

Montag, 12. MĂ€rz 2018

Geld...

Am Schluss geht es immer nur ums Geld... ganz egal, wie viel man davon hat.

Geld ist DER zentrale Wert unserer Gesellschaft und der EINZIGE gemeinsame Nenner, den jeder Trottel versteht und der fĂŒr ALLE gilt (Frau/Mann, jung/alt, weiss/schwarz, etc.). Die Geldmenge wird durch simple und eindeutige Zahlen dargestellt. Da gibt es nichts Schwammiges. Man kann sehr wohl zu wenig Geld haben, doch man hat nie zu viel, denn fĂŒr Geld gilt: Genug ist nie genug! Geld ist der SteigbĂŒgel zu Anerkennung und Macht.

Wir werden schon als Geld-Sklaven geboren. Selbst wenn ich als SelbsternĂ€hrer auf einer gratis geliehenen Alp leben wĂŒrde, so schulde ich dem Staat (und der Krankenkasse) Geld. Keinen Zehnten meiner Ernte, kein GemĂŒse, kein Brennholz, keine Kunst, keine Philosophie, sondern Geld. Wir mĂŒssen uns immer verkaufen um unsere Freiheit zu erkaufen (was fĂŒr ein Irrsinn). Ergo: rennen wir alle dem Geld hinterher. Ein einziger Tanz um das goldene Kalb.

So ist das nun mal. Da gibt es kein Entrinnen! Das eigentlich Perverse an der heutigen Zeit ist, dass es nicht mehr wirklich interessiert, wie jemand zu Geld kommt oder gekommen ist. Ausser offensichtlicher Diebstahl oder Raub ist eigentlich alles erlaubt. Andere ĂŒbers Ohr hauen, Ausnutzen, LĂŒgen und BetrĂŒgen ist ganz normal und spĂ€testens nach dem globalen Justizversagen nach der Finanzkrise 2008 anscheinend auch gesetzlich legitimiert. Es gibt wohl keinen MilliardĂ€r auf dieser Welt, der seinen Reichtum ohne Ausbeutung von Natur ohne Menschen erwirtschaftet hat...

Frau Merkel wĂŒrde sagen: "Es ist alternativlos..."

Traurig ist, dass wir trotz x-tausend Jahren Marktwirtschaft wirklich keine Alternative finden können...

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